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22.08.2022

Integration vor Ort – Ehrenamtliches Engagement wird gestärkt

Austausch mit Bundesministerin Susanne Raab, Landesrat Christian Gantner und Bürgermeister Simon Tschann in Bludenz

Am Montag, 22. August 2022, fand in der Remise in Bludenz im Rahmen der Gesprächsreihe „Integration vor Ort“ ein Austausch mit Bundesministerin Susanne Raab, Landesrat Christian Gantner und Bürgermeister Simon Tschann sowie zahlreichen ExpertInnen und freiwillig Engagierten aus der Stadt Bludenz und der Region Vorarlberg Süd statt. Erörtert wurden dabei aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen im Integrationsbereich. Im Fokus standen insbesondere die aktuelle Situation vertriebener UkrainerInnen sowie die Themenfelder Integration vor Ort, Arbeit und Frauen.

„Die aktuell 1.916 Kriegsvertrieben aus der Ukraine – vornehmlich Frauen mit Kindern –, die bisher in Vorarlberg angekommen sind, verteilen sich auf 76 Vorarlberger Gemeinden. Es ist großartig, was landesweit und insbesondere von der Stadt Bludenz sowie den 37 Gemeinden der Region ‚Vorarlberg Süd‘ im Bereich der Flüchtlingshilfe geleistet wird. Das umfassende Engagement verdient besondere Anerkennung und größten Respekt“, hielt Landesrat Gantner fest. Mit vielfältigen mehrsprachigen Orientierungsangeboten und Integrationsmaßnahmen werde darauf abgezielt, dass die ankommenden Schutzsuchenden sich in der neuen Umgebung möglichst rasch zurechtzufinden. „Bund, Land, Gemeinden und Regionen, Institutionen, Unternehmen und Zivilgesellschaft in Vorarlberg unterstützen Vertriebene mehrsprachig beim Ankommen und Weiterkommen, um ihren Weg in Richtung struktureller und sozialer Integration zu begleiten“, so der Landesrat.

Darin enthalten sind wesentliche allgemeine sowie spezifische Informationen, etwa zu Unterkunft, Anmeldung am Wohnort, Registrierung bei der Fremdenpolizei, Leistungen/Unterstützungen für Bedürftige aus der Grundversorgung, Mobilität, Versorgung mit Lebensmitteln, Gesundheitsversorgung, Kindergarten, Schule, Deutsch lernen für Erwachsene, Arbeit u.v.m.

„Eine beträchtliche Anzahl an Vertriebene aus der Ukraine konnten am Vorarlberger Arbeitsmarkt bereits eine Beschäftigung finden, führte Landesrat Gantner aus. Insgesamt 498 Vertriebenen aus der Ukraine (Stand 18. August 2022) konnte das AMS Vorarlberg Beschäftigungsbewilligungen für Betriebe ausstellen. 329 Ukraine-Geflüchtete sind derzeit beim AMS Vorarlberg vorgemerkt.

Die Angebote für Frauen mit Migrationshintergrund unter dem Motto „Frauen aktiv“ in Vorarlbergs Städten und Gemeinden, wie niedrigschwellige Sprach- und Orientierungskurse, Orte der Begegnung (Sprachtreffs und Deutschlernbegleitung, Frauen- und Mädchentreffs; …) Bewegungs- und Gesundheitsangebote (Fahrradkurse, Schwimmkurse …) sowie die Beratungs- und Projektangebote des Fraueninformationszentrum Femail und des Mädchenzentrum Amazone, kommen nun auch den Vertriebenen aus der Ukraine zugute.

Bundesministerin Raab zeigte sich beeindruckt davon, wie im Bundesland Vorarlberg und in der Stadt Bludenz sowie Region „Vorarlberg Süd“ die verschiedenen Ebenen „Hand in Hand“ mit den Vertriebenen aus der Ukraine die Herausforderungen vor Ort tagtäglich meistern: „Im Mittelpunkt der Integrationstour durch ganz Österreich steht der direkte Austausch mit den Menschen in den Gemeinden – mit BürgermeisterInnen und ExpertInnen sowie mit Ehrenamtlichen – denn genau dort passiert Integration. Gerade jetzt in der Ukraine-Krise sieht man, welches Engagement es in Österreich und besonders in den Gemeinden gibt, um Menschen zu helfen und sie bei ihrer Integration zu unterstützen. Ich durfte heute mit zahlreichen Menschen sprechen und bin beeindruckt von so viel Engagement in Bludenz.“

„Menschen auf der Flucht zu helfen, ist unsere Pflicht. Erst danach beginnt die wichtige Integrationsarbeit, die für die aufnehmenden Städte und Gemeinden mit vielfältigen Aufgaben verbunden ist. Mit der Eröffnung unseres Ukraine-Info-Points im April gehörten wir als Stadt zu den ersten Kommunen in Österreich, die so eine Stelle einrichteten. Wir helfen schnell und effizient, sind dabei aber auf die verstärkte Unterstützung von Land und Bund angewiesen“, so Bürgermeister Simon Tschann. In Bludenz leben Menschen aus 90 Nationen. „Wenn so viele unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen, entstehen Herausforderungen, die die Bludenzerinnen und Bludenzer gut meistern. Nur mit Offenheit von beiden Seiten gelingt Integration vor Ort“, betonte Bürgermeister Tschann.

Um das Zusammenleben zu stärken sowie MigrantInnen bei der sprachlichen und kulturellen Integration zu unterstützen, fördert der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) mit Unterstützung des Bundeskanzleramts und des Österreichischen Gemeindebunds ehrenamtliche Integrationsinitiativen, die zum Gelingen der Integration beitragen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind bereits tausende Menschen in umliegende Nachbarländer geflüchtet, auch in Österreich suchen Personen Schutz. Zahlreiche ehrenamtlich Engagierte, Vereine und Gemeinden haben bereits Initiative ergriffen und unterstützen Menschen aus der Ukraine in dieser ersten Zeit. Um diese in ihrem Engagement unbürokratisch fördern zu können, stellt der ÖIF gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt eine neue Fördermöglichkeit zur Verfügung. Damit können zukünftige ehrenamtliche Initiativen in ihrer Arbeit für UkrainerInnen unterstützt werden. Bis zu 2.500 Euro stehen dafür pro Initiative zur Verfügung. Detaillierte Informationen und Angebote finden Interessierte auf: www.integrationsfonds.at.

Weitere Informationen – auch mehrsprachig – sind unter www.vorarlberg.at/ukraine erhältlich.

 Foto: (c) Land Vorarlberg / Hofmeister


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